PRESSESTIMMEN

„Auch wenn der Nachbar die zweite Person ist, es handelt sich dennoch um ein Solotheaterstück. Larsen Sechert schafft es erstaunlich gut die zwei unterschiedlichen Charaktere darzustellen. Er fasziniert durch seine Mimik und Gestik. So lustig-poetische Momente sind einfach sehenswert.“ (Kjoer; Beitrag mephisto 97.6 v. 12.12.03 zu „Der Mondgucker“)

Sechert verpackt Clownerie, Pantomime, Schwarzlicht oder Slapstick, in eine wunderbar melancholische Geschichte.“ (J. Schill; LVZ v. 27.01.05 zu „Der Mondgucker“)

Was so ein paar Lautverschiebungen alles ausrichten: Einfallsreiches Knalltheater-Krippenspiel „Engel Michael“
Vor Weihnachten kann man besinnlich werden und Plätzchen backen. Oder sich der biblischen Weihnachtsgeschichte zuwenden. Ganz nach seiner Fasson tut Profi-Stammler Olaf Schubert das jährlich, und auch das Knalltheater zieht mit. (…) Ihre blasphemisch-sarkastische Inszenierung kündigen Larsen Sechert und Anne Rab als „sakral-heilige Reise, an einem losen Faden entlang hangelnd“ an. So schunkeln die Hirten auf dem Feld zu Schlagern, haben schiefe Zähne und machen einen recht alkoholisierten Eindruck. (…) Die Herden bewachen gezwungenermaßen ihre Hirten, als Erzengel Michael (Sechert) mit wirrer, goldgelber Lockenperücke und stoffigen Flügelchen dekoriert die Szenerie betritt. In Soprantonlage stellt er seine Aufgabenbereiche vor. (…) Zunächst muss er aber auch beim Knalltheater die Hirten auf dem Feld beruhigen: „Befruchtet euch nicht! Euch ist der Ritter gerettet!“ Was die sich nicht zweimal verkündigen lassen. Umgehend eilen sie mit ihm nach Bethlehem. Unterwegs muss sich Michael in einem Kampf zwischen Wrestling und Anklängen von Kneifen und Kratzen Luzifer stellen. Der – symbolisiert durch eine ausgesprochen boshafte Weihnachtsmann-Maske – unterliegt natürlich. (…) Mit wenigen Mitteln, aber großer Kreativität, bissigem Zynismus und Spielwut erstellen die Knalltheatrianer eine Collage aus Slapstick und gut abgestimmter Choreographie. Durch kleine Lautverschiebungen und Blödeleien zieht Josef dann eben kurzfristig mal nach „Bethlehem in Jena, die Stadt in der er stemmte“, und das Kindlein heißt „Jens“. Sechert und Rab bieten klamaukige Unterhaltung, die ruhig zusammenhängender hätte sein können.“, (Theresa Wiedemann zu „Engel Michael“ in LVZ, 11.Dezember ´09)

Feuerwerk der Possen: „Die Neuberin“ und die aufklärerische Reform waren erfolgreich. Oder wem ist heute noch ein bemerkenswerter Bühnentölpel und Harlekin in Erinnerung, der im Theater alles darf, was sich nicht ziemt? Armin Zarbock, alias Wurst und Larsen Sechert, alias Hans bezweifeln allerdings, dass ihr Vorbild tatsächlich verbannt wurde. Mehrmals in ihrem wunderbar grotesk-clownesk-theatralischen Kabinettstück „Warten auf die Neuberin“ streiten sie sogar, ob es nicht „verbrannt“ heiße. (…) Im stubenrein von Hanswurst und – wie es die Frühaufklärung überdies vorsah – allen Staatsaktionen befreiten Theater wären auch die offenherzigen Spitzen gegen Kulturförderklauseln sowie die Verlesung eines Neuberschen Bittbriefs an den sächsischen Hof, wo „die Wahrheit oft leiden“ müsse, verboten – wie überhaupt diese ganze wahnwitzige Verquirlung von „Staatsaktionen“ und Theatergeschichte (Lessing gegen Gottsched, Praxis gegen das Wort) mit sämtlichen Formen von Narr, Harlekin, Pantomime, Kasper in Sesamstraßengestalt, Quatsch-Comedias, Rockstar(!), Clown (Sechert in seinem Element) sowie bejammernswerten Tragödien (Zarbock in Höchstform). Doch Sechert und Zarbock meinen, Hans Wurst habe, zu zweit, überlebt und warte immer noch auf seine Hinrichtung durch die Neuberin. Diese Wartezeit zum Tode verblödeln sie entlang rätselhafter Handlungsmotive wie „Akrobatik – Asoziales – Oper – Belehrung“ und entfachen in zweifelloser Ehrfurcht vor der großen Prinzipalin ein saukomisches Feuerwerk an unschicklichen, törichten, ekelhaften, politischen, kurz: verderbten Possen, dass das Premierenpublikum am Mittwoch in der Nato durchlacht. Hans und Wurst, ihr seid so herzerfrischend albern und bissig und mitnichten bessernd, dass trotz ausgezeichneter Belehrung und tief empfundener Huldigung die Neuberin auch… nun, sie hätte dies nicht geduldet.

(Stefanie Möller in LVZ vom 26.September 08)

40 Minuten lang versuchen Thomas Deubel und Larsen Sechert der Geschichte Leben einzuhauchen Scheinbar schlecht vorbereitet sind die Protagonisten übel gelaunt und sehen sich auf der Bühne nur nach ihrem Feierabendbier, das sie vor der Bühne sitzend bereits in der Hand halten. Aus diesem Szenario entwickeln Deubel und Sechert eine irrsinnige Slapstik- und Wortwitz-Attacke.“

(Torben Ibs in LVZ zu „Von einem, der sich auszog das Fürchten zu lernen,“ vom 17. Juli 08)

Selbst bei Verulkungen der Weihnachtsgeschichte wird oft die Nähe zum Original gesucht. (…) Da ist das Knalltheater erfrischend anders. Thomas Deubel, Larsen Sechert und René Schmeißer kommen als Mönche verkleidet auf die Bühne (…) und scheren sich einen Dreck um Details. Bei ihnen klafft der Witz aus jeder Lücke ihrer Geschichte(n). Es geht um die Suche nach dem Heiland Jens, der in Bethlehem bei Jena zur Welt gekommen ist. Im rötlichen Reich wurde eine Volkszähmung durchgeführt, weswegen sich die Eltern des Erlösers Jens auf die Socken gemacht haben. Da Maria akut einen Jens in der Röhre hat, kommen sie nur bis Jena. Zur röhrenden Heavy-Metal-Klängen erscheint den beiden Hirten auf freiem Feld der Erzengel Raphael, der ihnen von der Geburt des Heilands Jens mit gekonntem Schweizer Akzent erzählt. Der Weg zum Erlöser ist Absurditätenkabinett vom Feinsten. Zum Thema „New York, New York“ singt der Engel „Bethlehem, Bethlehem“, in einem Exkurs in die Zeit der Kreuzzüge onanieren die Hirten, die dem kalauernden Engel auf Schritt und Tritt folgen, in der Hoffnung, er zeige ihnen Holland… äh, den Heiland. Wenig wird über Texte transportiert, Knalltheater funktioniert zur Weihnachtszeit mit Gestik, Mimik und anarchistischer Akrobatik. Die Szenen unterbricht als roter Faden mehrfach der „Mann im Kasten“, eine pantomimische Einlage, die als humorvoller Vorhang dienen soll, um nicht alle Sauereien, die auf der Bühne passieren, vollends sichtbar werden zu lassen. (…) Zu den bizarren Gesangsfetzen, die schon den Einmarsch der drei Knaller untermalten, verlassen sie feierlich die Bühne. „Engel Raphael“ ist eine bekloppte und mutige Aufführung, ja eine wirklich schöne Bescherung.“ (Axel Grehl, LVZ vom 11.Dezember ´07)

„Das Programm beinhaltete auch Clownerien mit weniger Ernsthaftigkeit. Das Knalltheater überzeugt als Ensemble vor allem durch ausgeklüngeltes Blödeltum, an Koffeinüberdosis grenzenden Ausdruckstanz und mancher Regisseur wäre neidisch, könnte er sehen wie gekonnt die Darsteller das Erbrechen mimen.“

(A. Grehl zu „Asiandubdundation und der Wurm“, LVZ, 11.06.07)

„In knapp 15 Minuten gelingt es ihnen, den Goethe-Klassiker eindrucksvoll und humorig in Szene zu setzen. Die Stärke des Knalltheaters liegt in der unkonventionellen Interpretation, ihr Faust kommt in seiner Konzentration auf das Wesentliche leichtfüßig daher. Die Schlüsselworte „Augenblick verweile doch“ werden wie in einem Fußballstadion gegrölt. In Ermangelung eines Bühnenbildes dienen handgeschriebene Zettel mit Aufschriften wie „Kerker“ zur Untermalung der Szenen. Die Schauspieler arbeiten mit einfachsten Mitteln, so werden die Gitterstäbe in Gretchens Zelle durch einen Tennisschläger ersetzt. Und am Ende des „Buffo-Faust“ wird sehr zum Amüsement der Zuschauer geheiratet, Mephisto und Faust sind das glückliche Paar.“

(Chr. Gräfe, LVZ vom 27.07.07 zu ´Buffo-Faust´)

„Hand in Hand schleicht sich die Truppe vom Knalltheater auf die Bühne. Zu fünft und in Schlafanzügen aus der Altkleidersammlung machen sie es sich auf vier Klappstühlen bequem und warten. Es fehlt noch jemand: ´Madlähn´ – die adrett gekleidete Oma (Oliver Viehweg) lässt sich bitten, bis sie die Runde komplettiert. (…) Während einer der Schauspieler eine Geschichte vorliest, stellen die anderen sie dar. Ein einfaches Prinzip, doch die Akteure schöpfen aus allen Spielarten, und so entstehen kurioseste Paarungen – beispielsweise ein gerapptes Puppenspiel bei den ´schwarzen Buben´ und Beatbox-Kampfkunstszenen mit Heul-Arien beim ´Daumenlutscher´. (…) obwohl man auf Requisiten weitestgehend verzichtet, greift man in fast jeder Szene um trashig kultigen Kinderkeyboard. (…) Die Zuschauer landen in einer bayrischen Vorlesung, hören einen Kirchenchor oder Falco und haben die Ab-unter-den-Rock-der-Großmutter-Szene aus Grass´ „Blechtrommel“ vor Augen. Mit lebendiger Abwechslung und einem Augenzwinkern geht schließlich ein überaus unterhaltsamer Abend zu Ende.“

(Johanna Vogt, LVZ, 14.08.06)

„Eine Leiter, zwei Stühle und ein Besenstil, viel mehr brauchen Larsen Sechert und Sarina Radomski nicht für ihre Clownerie. (…) Die Schauspieler oder „theatralen Versuchsdemonstranten“, wie sie sich selbst einmal nennen, glänzen vor allem mit ihrem gekonnten Einsatz mimischer und stimmlicher Mittel und der originellen Workakrobatik von „unbesieglich“ bis „verhöhert“. Besonders gelungen sind Secherts dadaistische Ausbrüche und wahrhaft poetischen Momente, wenn zum Beispiel Löffel als Ritter droht: „Stein, ich mach dich weich!“

(J. Kargerer, LVZ vom 13./14. 08.05 zu ´Don Quichotte…´)

„Rund 150 Kinder zwischen 1 und 10 verfolgten das Märchen-Mitspielprogramm von Gerno Knall, alias Larsen Sechert aus Leipzig, der gleich zu Beginn den Mädchen und Jungen geschickt ihre Lieblingserzählungen entlockte, um dann daraus eine durchgehende Aktionsgeschichte zu stricken. Gewürzt mit Pantomimespielchen … und lustigen Verkleidungsgags (mit Publikumsbeteiligung) heiratete Rapunzel am Ende doch nur ihren Hänsel.“

(gs; Eschborner Stadtspiegel vom 18.08.05 zu ´Das tapfere Rapunzel´)

„Clown Gerno Knall war am frühen Morgen im Theatrium der Auslöser für die Ausgelassenheit einer ganzen Horde Leipziger Kindergartenkinder: Zur Premiere seines Nasenmitspieltheaterstücks ´Die sieben gefrorenen Geißlein´, für Knirpse ab vier Jahre, riss er seine jungen, aber durchaus kritischen Zuschauer von ihren Sitzkissen und Klappstühlen. „Hallo, ich bin Gerno. Ihr dürft mich auch Knall nennen“, begrüßt Larsen Sechert – Stück und Spiel – die kleinen Nasengesichter. Bei solchem Blödsinn kommt eines von ihnen nicht drumherum zu rufen: „Knall? … Knallkopf!“ … Trotz oder Dank solcher Hemmungslosigkeit steigt noch ein finales Tänzchen. So macht das Warten auf den Weihnachtsmann wirklich Spaß.“

(K. Henneberg; LVZ v. 22.12.04 zu ´Die sieben gefrorenen Geislein“)