Leipziger Straßentheatertage

Jedes Jahr im Juni veranstaltet das Knalltheater die Leipziger Straßentheatertage in der Leipziger Innenstadt. Hier werden die Passanten zum an- und innehalten bewegt. Angefangen hat alles 2007.
In diesem Jahr werden die Leipziger Straßentheatertage zum 11. Mal stattfinden.

Die 11.Leipziger Straßentheatertage 2017

vom 08.-11.Juni zwischen 15 und 18 Uhr in der Leipziger Innenstadt

Die nunmehr 11. Leipziger Straßentheatertage stehen vor der Tür.
Vom 08.-11.Juni zwischen 15 und 18 Uhr kommen in diesem Jahr internationale Künstler in die Leipziger Innenstadt (Grimmaische Str./Petersstr./Sachsenbrücke). Trotz des geringen Budgets kommt wieder das Umamidancetheatre aus Madrid mit ihrer grandiosen Mime-Breakdance-Comedy-Show, ebenso die Onewomancompany aus Berlin mit ihrer mehrfach ausgezeichneten Show „Die Spieluhr“. Chabela Poderosa aus Wien, gerade eingereist aus Südamerika, aus Berlin Monsieur und Pianistin Nora Born, aus Göttingen die integrative Theatergruppe Schmetterlingseffekt, die Clownstruppe Die Längsgeblümten, das Duo CaMüVelü und das Artistenpaar Nils und Mira sowie aus Leipzig das Salontheater und die sympathische Schülertheatergruppe der Oeser-Grundschule und Jongleur Andrea Baccomo, sowie Monsier und Pianistin Nora Born. Am Sonntag kommt dann um 11 Uhr auf die Hugendubelwiese für die Kinder Ilonka Struve aus Weißenfels mit ihrem interaktiven Schlossmärchen.
Auf der Crowfounding-Plattform VisionBakery

http://www.visionbakery.com/knalltheater

kann das Festival bald unterstützt werden.
Wir freuen uns drauf!

Hier ein Interview mit Radio Figaro.

unter anderem dabei:

One Woman Company

One Woman Company

„Die Spieluhr“

Ein Koffer öffnet sich mit dem Stundenschlag, eine elegante Spieluhren-Figur entsteigt ihr. Aus dem eleganten Tanz werden bald wilde Sprünge, denn die Routine einer Spieldosenpuppe bringt sie dazu einen Fluchtplan auszutüfteln.

Sie holt sich die stärksten Kerle aus dem Publikum, lässt sie an Kraftproben scheitern und in albernen Posen stehen. Zur Belohnung wird’s romantisch, Küsse werden geraubt – und die Herzen der Menge.

Umamidancetheatre aus Madrid
CamúVelü
Theatergruppe der Oeser-GS
Märchenerzählerin Ilonka Struve
Flamingo-Theater
Salontheater Leipzig
Mira und Nils Jongleure/Artisten
Chabella Poderosa aus Wien
Andrea B. (Jongleur)
Monseur und Pianistin Nora Born aus Berlin
Schmetterlingseffekt (Theatergruppe aus Göttingen)
Clownstruppe um Florian Fochmann
Andrea Boccami / Jongleur

strassetheater

Rückblick 10. Straßentheatertage 2016

Märchen, Clowns und Masken in Leipzig

Wie die Zeit vergeht

Was mit einer spontanen Idee begann, sollte neun weitere Male halten. Wer hätte das gedacht und wer hat überhaupt daran gedacht.
Sehr auffallend in diesem Jahr war die Leichtfüßigkeit mit der alles lief. Es gab Jahre da mussten die Initiatoren um Mitmacher buhlen. Ganz anders in diesem Jahr. Nun ist es auch nicht so dass die Künstler dem Veranstalter die Bude einrennen, es hat sich eher wunderbar eingepegelt. Es melden sich Schülergruppen, professionelle Künstler und mehrere internationale Straßenmacher. Alles lässt sich gut koordinieren und bildet eine gute Mischung aus verschiedenen Bereichen der darstellenden Kunst. Hat sich was über die Jahre hinweg entwickelt? Nein, hat es nicht. Es waren in diesem Jahr nicht überdurchschnittlich viele Teilnehmer, und das Gesamtniveau ist weder gesunken, noch extrem gestiegen. Die Beliebtheit der Aktionen bei den Zuschauer jedoch schon. Und, da es sich bei den Leipziger Straßentheatertagen um ein Festival handelt, bei dem jeder Akteur um seine Zuschauer kämpfen muss, da die Akteure sich „nur“ auf die Straße stellt und dort spielen, ist der Indikator für Erfolg oder Misserfolg nur umso klarer erlebbar. Nach wie vor treten die Akteure mit einfachsten Mitteln an. Nach wie vor muss der interessierte Passant aufmerksam sein um die Aktion zu entdecken und nach wie vor spielen die Akteure mit dem Mitteln, die die zirzensischen Künste, das Masken-, Tanz- und Improtheater zur Verfügung stehen. Wenn man von einer Entwicklung der Leipziger Straßentheatertage sprechen will muss man die Beständigkeit erwähnen, die Beständigkeit mit einfachen Mitteln zu agieren und dabei trotzdem eine vielfältige Breite zu zeigen.

Ein Fest am ersten Tag

Und diese vielfältige Breite war gleich am ersten Tag zu bestaunen. Es ging los mit einer herrlich sympathischen Bettetüde zweier Clowns vom ibe-Theater. Die Mitorganisatoren wälzten sich auf einer Matratze, die sie mitten auf die Petersstraße legten und darauf zeigten wie der allnächtliche Kampf um die Schlafdecke bei Eheleuten aussehen kann. Weiterhin walc-actete Fräulein panTo.c aus Chemnitz, brachte einige Passanten zum Tanzen und verschenkte rote Herzen. Dabei zeigte ihr ein Blick durch ihre rosarote Brille was der jeweilige Zuschauer jeweils brauchte. Die Schülertheatergruppe der Oeser-Grundschule aus Eutritzsch unter der Leitung von Monika Winter spielten, wie schon im vergangenem Jahr ein eigens interpretiertes Märchen. In diesem Jahr erfreuten sie ihre Zuschauer mit ihrem Stück „Vom Löwen, der nicht schreiben kann“ oder „Vom Löwen der verliebt ist“, eine Geschichte, bei der sich herausstellt, dass das Große, vermeintlich Schreckliche, letztlich die Hilfe des Kleinen, Leichtfüßigen braucht. Liebevoll inszeniert und mit stark verbesserter Körper- und Stimmpräsenz lockten die Kinder neben ihren Eltern auch andere Passanten zum Zugucken.
Gaukler, Clown und Jongleur Zipano, alias Flo Teller, war wieder dabei und war einmal mehr eine riesige Bereicherung. Mit seinem spontanen Wortwitz, seinen spektakulären Aktionen (Messerjonglage, Einradfahren u.a.) erspielte er sich in kurzer Zeit ein großes Publikum und landete, trotz oder vielleicht wegen gelegentlicher sehr gewagter, frecher Bemerkungen direkt in den Herzen der Zuschauer. Gleich zwei Mal spielte Zipano sein Erfolgsprogramm und überzeugte wie eh und je mit seinem artistischen und akrobatischen Können.
Clown Ulla und Herr Liebling vom Verein Clowns und Clowns schafften es die äußeren Unterschiede der Menschen aufzuheben. Ältere Menschen lachten ebenso herzlich über deren Walk-Act-Späße wie kleine Kinder, Leipziger ebenso wie außereuropäische Passanten. Man hätte sie am liebsten eingefangen um beide Clowns noch länger erleben zu dürfen. Da waren zwei Künstler unterwegs die ihr Handwerk verstanden, die Glück und Freude auf die Straße brachten und es mit allen teilten.

Still und berührend

Eine ganz andere Farbe zeigten die beiden Schauspieler vom Labaaz Theater aus Berlin. Ihr Maskenstück „Irgendwann“ thematisierte das Altsein. Eine einsame Frau wird von einem jungen Mann besucht, ein Zivi oder ihr Sohn, wird verhöhnt und weiß sich schließlich zu wehren. Am Ende werden beide Freunde. Der junge Mann geht und die alte Frau ist wieder allein. Berührend, ohne Sprache und mit dem Mut für stille Momente faszinierten die Akteure mit präziser Körpersprache und der für die Rollen erforderlichen Bewegungsdynamik.

Umami, ein besonderer Geschmack

Den glanzvollen Höhepunkt am ersten Tag waren die internationalen Gäste aus Madrid. Umamidancetheatre, das sind zwei grandiose Breakdancer und Comedykünstler, die schon auf der ganzen Welt unterwegs waren. Zweihundert Zuschauer erfreuten sich an ihren detailgenauen Tanz-Choreografien, ihren komischen Brüchen, ihren Geräuschpantomimeszenen und an ihren gekonnt improvisierten Interaktionen mit den Zuschauern, bei denen unter anderen ein kleiner Junge zu seinem (wahrscheinlich) erstem Kuss mit einem Mädchen kam, erzeugte Lachtränen in der ganzen Innenstadt. Die Show von Umamidancetheatre (Umami ist die japanische Bezeichnung für einen Geschmack, für den es in Europa keine Worte gibt) zog noch in den folgenden Tagen etliche Passanten an. Viele kamen gezielt an mehreren Tagen. Sie sind sozusagen auf den Umamigeschmack gekommen.

Ein Hund, zwei Clownfrauen, eine Märchenerzählerin und ein Klavier

In den folgenden drei Tagen zeigten die Figurenspieler vom Theater Figuro ihre Skizze „Gassi gehen“, eine Etüde zwischen einem widerborstigen Hund und seinem Herrchen; die junge Improtheatergruppe Flohhalm machte ihre Erfahrung auf der Straße (von den anfangs rund 30 Zuschauern blieb letztlich niemand, da unter anderem nebenan laute Breakdancemusik lief) und die zwei Clownfrauen und ihr Musiker zeigten ihre gekonnten, absurden, wilden und zugleich schüchternen Slapstikeinlagen in ihrer Show „2 Klowns und Klavier“ und endeten hierbei unter dem vielfachen Gelächter ihres zahlreichen Publikums mit einer grotesken Hochzeit. Der Sonntag war dünn besucht, umso erfreulicher war, dass die Märchenerzählerin Ilonka Struve eine Schar Kinder und Eltern um sich auf der Hugendubelwiese versammeln konnte. Liebevoll und geschickt bezog die Weißenfelserin die Kinder in ihr Schlossmärchen mit ein. Da wurden aus den sommerlich gekleideten Kindern Prinzessinnen und Könige, die mit einer Kerze beschenkt und einem Lächeln im Gesicht ein Stück Märchenwelt mit nach Hause nahmen.
Die zehnte Auflage des kleinen Festivals war zweifellos eines der Schönsten. Geschätzte 3.000 Zuschauer und Passanten nahmen an den vielfältigen Aktionen ihren Anteil. So viele waren es noch nie.

 

9. Leipziger Straßentheatertage vom 02. bis 05. Juli 2015 sind vorbei

  • Mit dabei waren: Ubiquity Theatre, Theatergruppe der Oeser-Grundschule, Luftartistin Anne Kauer ala Annikaluft, Improgruppe Uschis Erben, Knalltheater/Ill Comico, Clowns und Clowns e.V., Die Freudenbergs und ein Clown und Artist aus Argentinien namens Mauro Wolinsky

Impressionen der Leipziger Straßentheatertage 2015 von Hannes Fuhrmann:

Impressionen der Leipziger Straßentheatertage 2014 von Hannes Fuhrmann:

Grandiose Straßentheatertage 2014 – Es war ein Fest!

Hochkarätige Beiträge hatten wir wieder in diesem Jahr. Das Figurenkombinat Stuttgart zog die halbe Innenstadt um ihr groteskes „Hühnchens neue Welt“, das Duo Dependendum, schon im letzten Jahr der Renner, zog die andere Hälfte des Publikums. Das lbe-theater (eigentlich ibe-theater, aber weil wir das vor zwei Jahren stets falsch geschrieben, haben sie sich kurzerhand entschlossen von nun an lbe-theater zu heißen), rockte jeden Tag gleich zwei Aufführungen, darunter ihr neues Straßenstück „Konzert für Elise“, der Kampf zweier Instrumente, zweier Musiker und die Annäherung zweier Spaßvögel. Wunderbar liebevoll auch die Schülergruppe der Oeser-Grundschule aus Eutritzsch.

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Rückblick Straßentheatertage: 2014, 2013, 2012, 2011, 2010, 2009, 2008, 2007